Biermann Akademie
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Rück­blick: Tin­ni­tus – das Cha­mä­le­on unter den HNO-Erkran­kun­gen 21. Okto­ber 2017

Die Bier­mann Medi­zin Aka­de­mie hat am 21. Okto­ber 2017 zum ers­ten Mal einen inter­ak­ti­ven Inten­siv­kurs zum The­ma „Tin­ni­tus – das Cha­mä­le­on unter den HNO-Erkran­kun­gen“ ange­bo­ten. Die Lei­tung des wis­sen­schaft­li­chen Pro­gramms über­nahm Dr. Chris­to­pher Har­nisch aus Hei­li­gen­ha­fen, unter­stützt von sei­nem Kol­le­gen Dr. Micha­el Hoff­mann aus Lübeck.

 

Der Begriff Tin­ni­tus ist vie­len bekannt: Betrof­fe­ne Per­so­nen hören ein Geräusch ohne erkenn­ba­re Quel­le. Das Geräusch ist immer da oder zeit­wei­se, mal auf einem oder auch auf bei­den Ohren. Man­che kön­nen sich damit abfin­den, ande­re lei­den stark dar­un­ter. Ursa­che für den Tin­ni­tus kön­nen oft Ohren­er­kran­kun­gen sein, häu­fig ist die Ursa­che des Geräu­sches jedoch nicht fest­zu­stel­len. Wie bei allen Stö­run­gen, die die Ohren betref­fen, ist der HNO-Arzt der ers­te Ansprech­part­ner: Die Dia­gno­se lau­tet dann ent­we­der aku­ter oder lei­der manch­mal auch chro­ni­scher Tin­ni­tus. In Indus­trie­län­dern ist ein Vier­tel der Bevöl­ke­rung betrof­fen. In Deutsch­land sind es oft älte­re Leu­te, die (stän­di­ge) Ohr­ge­räu­sche wahr­neh­men.

Die Dia­gno­se an sich ist letzt­end­lich schwie­rig, da bei jedem Pati­en­ten ande­re Ursa­chen für die Stö­rung vor­lie­gen; dem­entspre­chend sind auch die Aus­wir­kun­gen indi­vi­du­ell. Somit sind auch die The­ra­pie­emp­feh­lun­gen in den Leit­li­ni­en ein­ge­schränkt, weil Stu­di­en nicht zei­gen konn­ten, dass der ursäch­li­che Zusam­men­hang ein­heit­lich ist. „Die Grund­la­ge einer erfolg­rei­chen Behand­lung ist daher die genaue Kennt­nis von Komor­bi­di­tä­ten sowie eine struk­tu­rier­te Ana­mne­se und Dia­gnos­tik“, so Kurs­lei­ter Dr. Har­nisch.

Im Rah­men des Inten­siv­kur­ses der Bier­mann Aka­de­mie wur­den die Kennt­nis­se über die­se Krank­heit sowie die Tech­ni­ken einer schnel­len und siche­ren Dia­gno­se in elf 30-minü­ti­gen Vor­trä­gen ver­tieft. Bei die­sem Krank­heits­bild sind auch alter­na­ti­ve Heil­ver­fah­ren bekannt, deren wirt­schaft­li­che Umset­zung bespro­chen wur­de. Die Begut­ach­tung der Tin­ni­tus­pa­ti­en­ten und ihre Beson­der­hei­ten wur­den eben­falls erläu­tert. Ziel des Inten­siv­kur­ses war es, ursa­chen­ori­en­tier­te The­ra­pi­en und alter­na­ti­ve Heil­ver­fah­ren vor­zu­stel­len, vor allem für Pati­en­ten mit chro­ni­schem Tin­ni­tus. Ange­sichts der man­geln­den Objek­ti­vier­bar­keit die­ser Krank­heit prä­sen­tier­te Dr. Hoff­mann die Grund­la­gen für mehr Rechts­si­cher­heit in der kri­ti­schen gut­ach­ter­li­chen Beur­tei­lung von Tin­ni­tus­pa­ti­en­ten.

Die Ver­an­stal­tung war geprägt von einem regen kol­le­gia­len Aus­tausch, bei dem jeder Teil­neh­mer sei­ne per­sön­li­chen Erfah­run­gen und Fra­gen mit ein­brin­gen konn­te, und durch die Nut­zung des TED-Sys­tems wur­de der Kurs inter­ak­tiv gestal­tet. Die Gesprä­che nach der Ver­an­stal­tung zeig­ten, dass die dar­ge­stell­ten Inhal­te eine gro­ße Pra­xis­re­le­vanz haben und die Arbeit mit den oft­mals schwie­ri­gen Tin­ni­tus­pa­ti­en­ten erleich­tert wird. Die neu­en Erkennt­nis­se konn­ten bereits am fol­gen­den Tag in der Pra­xis umge­setzt wer­den. Dazu trug vor allem die struk­tu­rier­te Dar­stel­lung der Inhal­te bei, die den Teil­neh­mern auch in Print­form zur Ver­fü­gung gestellt wur­den und somit jeder­zeit zum Nach­schla­gen zur Ver­fü­gung ste­hen.

Die Fort­bil­dung wur­de mit 9 CME-Punk­ten (Kat. A) zer­ti­fi­ziert. Die Ver­an­stal­tung ende­te mit einer Abschluss­prü­fung und dem Aus­hän­di­gen der Zer­ti­fi­ka­te.